Was du nicht tun solltest, wenn du das Selbstwertgefühl deines Sohnes stärken möchtest

Junge der schwimmt, Selbstwertgefühl des Sohnes

Mein Sohn ist ein guter Schwimmer.

Es hat zwar etwas gedauert, bis er tatsächlich schwimmen konnte, aber es dauerte danach nicht lange, bis er abging wie ein Torpedo. „Ganz wie der Papa,“ dachte ich mir immer, wenn er seine Längen zog. Ich hatte im Brustschwimmen als Jugendlicher einige Meisterschaften bestritten und gute Plätze errungen. Umso stolzer war ich, als ich erkannte, dass mein Sohn in meine „Fußstapfen“ patschte.

Er muss etwa 6 Jahre alt gewesen sein, als ich ihn das erste Mal zu einem Wettschwimmen herausforderte. Auf die Plätze, fertig, los! Schon glitten wir durch das Wasser. Klar, ich hätte gewonnen, wollte ihn aber nicht demotivieren und ließ ihm den Sieg. Na, den Stolz in seinen Augen hättest du mal sehen sollen.

So ging das den Sommer über, er forderte mich heraus und… er gewann. Am Ende des Sommers dachte ich mir, jetzt zeige ich ihm mal, wie schnell ich wirklich schwimmen konnte.

Mein großer Fehler

Auf die Plätze, fertig, los. Ich war bereits am Ziel, als ich zurückblickte und meinen Sohn vor Wut heulend auf das Wasser schlagen sah. Er hatte aufgegeben und schrie wütend: „mit dir schwimme ich nie wieder. Außerdem schwimme ich sowieso nie wieder.“ Er stand mega unter Dampf! Kurz dachte ich, das Wasser um ihn herum würde beginnen zu kochen.

Ich schwamm zu ihm hin und versuchte ihn zu beruhigen, ihm gut zuzureden und ihm aufzuzeigen, dass es auch mal OK ist, zu verlieren. All das nütze genau gar nichts. Dieser „Schwimm-Sommer“ war also gelaufen.

Was habe ich daraus gelernt.

Als erstes, ich hatte ihn einfach gewinnen lassen. Er hatte geglaubt er würde besser schwimmen als ich. Als ich dann gewann, fühlte er sich um seine Erfolge betrogen. Sein Erfolg war für ihn nichts mehr Wert.

Sowas wird mir nicht mehr passieren. Aber ähnliches, wenn auch in anderen Kontexten, fällt mir bei Eltern von Jungen immer wieder auf.

Jungen werden in Watte gepackt, Probleme werden gelöst, bevor sie entstehen. Sobald es schwierig wird, stehen bemühte Eltern zur Stelle und helfen. In meinen Gesprächen mit Jungen kommt es immer wieder vor, dass sie von sich aus sagen:

„Ich bin mir sicher, dass meine Eltern mir nicht vertrauen. Ich darf nichts selbst machen, überall mischen sie sich ein!“

Das sitzt! Da will man doch nur helfen und der Junge legt das so aus, als ob man ihm nicht vertraut? Ja, vielleicht ist es ja sogar so. Das Gegenteil von gut gemeint ist nicht wirklich gut.

Klar, es ist wichtig und richtig deinen Sohn zu unterstützen. Aber nur dann, wenn er nicht mehr weiterweiß. Oder er dich um Unterstützung bittet. Unaufgefordert zu helfen, wo er keine Hilfe braucht, halte ich sogar für übergriffig und ziemlich respektlos.

Es kann dann passieren, dass dein Sohn sich zurücklegt, gar nichts mehr selbst macht, Mama oder Papa regeln ja alles. Eh logisch, es ist ja bequem. Und die Eltern? Sie wundern und beschweren sich darüber, dass der Junge so unselbständig ist und wenig Selbstwertgefühl hat. Na klar, wie sollte er es denn aufbauen?

Selbstwertgefühl Jungen, Selbstvertrauen Kinder

Hier noch ein paar Tipps dazu:

1. Wenn du besser bist als dein Sohn, dann zeige ihm das.

Natürlich bis zu einem bestimmten Grad und in Maßen. Du brauchst ihn nicht zu demütigen, das raubt ihm die Lust weiterzumachen oder bestimmte Dinge zu üben. Aber du bist der Erwachsene und es ist in Ordnung, wenn du ganz viel besser kannst als dein Sohn.

2. Packe deinen Sohn nicht in Watte.

Er darf und er soll die Erfahrung machen, dass er auch mal verliert. Nur wenn er eine Niederlage erlebt, wird er auch lernen mit Niederlagen umzugehen. Er wird in seinem Leben noch viele Niederlagen erleben – garantiert. Schwierige Situationen meistern, gestärkt daraus hervorzugehen, das nennt man Resilienz.

3. Ermutige deinen Sohn immer wieder, neues zu probieren und seine Komfortzone zu verlassen.

In vielen der Männers-Vater & Sohn Abenteuer kreieren wir Situationen, die die Söhne aber auch die Väter in ungewohnte Situationen bringen.  Teilweise sind sie richtig fordern. Meist ist es dann nötig, die Komfortzone zu verlassen, um die gestellte Aufgabe oder Herausforderung zu lösen. Je schwieriger die gelöste Aufgabe war, desto strahlender die Augen der Teilnehmer.

4. Unterstütze deinen Sohn dabei, ein starkes Selbstwertgefühl aufzubauen.

Ohne dem, wird er sich auch bei kleinen Rückschlägen wie ein totaler Verlierer fühlen. Und er wird den Mut verlieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sein Selbstwertgefühl baut er auf, indem er schwierige Situationen meistert.

Mehr Infos zu einem starken Selbstwertgefühl für deinen Sohn findest du HIER in diesem Artikel.

Alles Gute und einen tollen Tag

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