Mutter und Sohn Beziehung

Hintergründe und Tipps zur Stärkung der Beziehung zwischen Mutter und Sohn

Heute widmen wir uns mal einem etwas anderen Thema, dass Väter nicht direkt betrifft, aber sehr wohl großen Einfluss auch auf sein Leben und vor allem auf das Leben eines Sohnes hat: Die Mutter und Sohn Beziehung.

Das ist ein Thema, dass auch in meinen Coachings in den diversesten Formen immer wieder aufkommt. Je nach Alter des Sohnes unterscheiden sich hier die angesprochenen Punkte sehr stark. Grund genug für mich euch einmal die grundlegenden Fakten über die Psychologie der Mutter Sohn Beziehung näherzubringen.

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    Die Mutter – die erste große Liebe eines Kindes

    Die Mutter ist die erste Bezugsperson eines jeden Babys, egal ob männlich oder weiblich. Das liegt alleine schon daran, dass eine Mutter normalerweise sehr viel Zeit mit dem Neugeborenen verbringt, da es gestillt werden muss. Ist es auch die Mutter, die im Laufe der nächsten Jahre beim Sohn bleibt, bleibt auch die Beziehung sehr eng. Das ist ganz normal und für die gesunde Entwicklung von Kindern notwendig.

    Hier gilt: je liebevoller und stärkender die Bindung und Beziehung der Mutter zu ihrem Sohn desto eher lernt der Junge Urvertrauen in Menschen und die Umwelt zu entwickeln. Wenn die Beziehung problematisch, belastend oder irritierend ist, kann das später zu verschiedenen Problemen führen.

    Eine liebevolle und funktionierende Mutter Sohn Beziehung steigert das Selbstvertrauen des Sohnes. Andererseits kann eine distanzierte und gestörte Beziehung der Mutter zu ihrem Sohn massive Auswirkungen auf das spätere Leben des Jungen haben.

    Problematische Verhaltensweisen in der Mutter und Sohn Beziehung

    1. Übermäßige Verhätschelung:

    Oder „So erziehe ich mir ein Muttersöhnchen“

    Einige Väter äußerten in Gesprächen Bedenken, dass die Mutter den Sohn verhätschelt und verweichlicht. Grundsätzlich ist es gut und förderlich, wenn mit dem Sohn viel gekuschelt und geschmust wird, solange nicht geklammert wird. 

    Es ist sogar so, dass wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Mütter ihre Söhne beim Stillen fester an sich drücken, mehr mit ihnen Kuscheln, sich mehr Zeit zum Füttern nehmen. Man geht davon aus, dass dies daran liegt, dass Mütter ihre Söhne weniger intuitiv verstehen als ihre Töchter, in welche sie sich vermeintlich leichter hineinversetzen können oder dies zumindest unterbewusst glauben. Soweit alles normal und kein Problem. Eingreifen sollte man erst, dann wenn du bemerkst, dass die Mutter am Sohn klammert, ihn nicht loslässt.

    Oder ihn zu „Unselbstständigkeit“ erzieht.

     Aus der Psychologie weiß man und oft Thema in meinen Eltern Sohn Coachings ist, dass Mütter gerne dazu neigen, ihren Söhnen zu viele Aufgaben abzunehmen. Dieses Verhalten ist eigentlich gut gemeint, untergräbt jedoch die Entwicklung zu selbstbewussten und selbstständigen Jungen. Kinder entwickeln Selbstwert, wenn sie Fehler machen (dürfen). Wer keine Fehler macht, nie auf die „Schnauze“ fällt, lernt nicht später mit Niederlagen umzugehen. Und…, Erfolge sind nicht selbst erreicht sondern von außen herbeigeführt. Wenig Grund für den Sohn auf das Erreichte stolz zu sein.

    2. Fehlende männliche Vorbilder

    Ist die Beziehung im jungen Alter noch so innig, ändert sich das zumeist im Teenager-Alter. Dann schauen sich Jungs immer intensiver nach männlichen Vorbildern um. Jetzt ist dann auch verstärktes Engagement gefragt, einerseits als Vater selbst ein Vorbild zu sein,  andererseits auch passende männliche Vorbilder hervorzuheben. 

    Oft vollzieht sich diese Umorientierung sehr schnell und die Mütter bleiben überfordert und oft auch sehr traurig zurück. Es kann zu starken Reibungen innerhalb der Familie kommen. Partner können hier einerseits die Mutter unterstützen, indem sie mit ihr darüber sprechen, dass dieser Prozess normal ist und sie sogar alles richtig gemacht hat. Wäre der Sohn in der Pubertät immer noch übermäßig stark auf die Mutter fokussiert, würde das bedeuten, dass sein Abnabelungsprozess nicht voranschreitet. 

    Vielleicht hilft es der Mutter auch alte Hobbies wiederzuentdecken oder neue zu finden. Viele Mütter haben im Zuge der Kindererziehung ihr eigenes Leben stark zurückgesteckt und brauchen nun, nach Jahren des vollen Fokus auf das Kind/die Kinder, etwas Hilfe, sich wieder mehr auf sich selbst zu konzentrieren.

    Die meisten Mütter wünschen sich für ihren Sohn, dass er selbstbewusst, glücklich und erfolgreich wird. Da gehört auch ein gesundes Selbstverständnis männlich zu sein, dazu. „Viele Jungs haben große Schwierigkeiten, ein männliches Rollenbild für sich zu finden: Zu Hause ist die Mutter Vorbild und in Kindergarten und Grundschule erziehen überwiegend weibliche Pädagogen“, so Roland Kopp-Wichmann, Diplom Psychologe aus Heidelberg. Vor allem alleinerziehende Mütter können ihren Sohn unterstützen, indem sie auf männliche Rollenvorbilder achten. Das kann der Vater, Großvater, Onkel, Pate, ein Trainer in einem Sportverein oder ein vertrauenswürdiger, aufgeschlossener Mann sein. Wichtig ist, dass das Vertrauen gegenseitig ist. Der “Mentor” deinem Sohn vertraut und vice versa.

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      3. Fehlender oder unterbundener Abnabelungsprozess bei Mutter und Sohn

      Oft fällt es den Eltern und speziell den Müttern schwerer als den Söhnen selbst, die Abnabelungsprozesse zu verkraften. Klar, oft sind die Kinder der Lebensmittelpunkt, eine wichtige Aufgabe im Leben. Die ist eben mal vorbei. Gerade für Jungen in der Pubertät ist es wichtig sich von der Mutter abzunabeln, eigene Wege zu gehen und sich mehr am „Männlichen“ zu orientieren. Schließlich muss jeder heranwachsende Junge herausfinden, was Männlichkeit für ihn bedeutet, wie er als Mann von Morgen sein will. Die Mutter kann da unterstützend wirken, auf den Weg dorthin sollte der Sohn aber von Männern begleitet werden. 

      Krankhafte Gründe für eine unterbundene Abnabelung:

      • Massive Verlustängste der Mutter: etwa, wenn sie selbst recht früh ihre eigenen Eltern verloren hat oder sogar den Verlust eines Kindes zu beklagen hat. Häufig bei alleinerziehenden Müttern ist, dass der Sohn als „Partnerersatz“ dient und sich die Mutter daher an ihn klammert.
      • Die Mutter ist körperlich sehr bedürftig: etwa durch eine schwere chronische oder organische Krankheit ist die Mutter auf die Pflege und moralische Unterstützung des Sohnes angewiesen.
      • Bedürftigkeit der Mutter durch psychische Erkrankungen: Depression, Suchterkrankungen und wenig Hilfe von außen können dazu führen, dass der Sohn sich verantwortlich für das Wohlergehen der Mutter fühlt und dadurch seine wichtige Abnabelung nicht stattfindet. Die nicht so seltene psychische Erkrankungen „Borderline Störung“ führt oft dazu, dass die Mutter den Sohn an sich bindet. Oft durch
      • Borderline Störung: „Sind die Borderline-Symptome schwer ausgeprägt, leiden die Kinder sehr unter den Auswirkungen der psychischen Störung. Denn die Kinder sind den Stimmungsschwankungen der Eltern hilflos ausgesetzt. Der Wechsel zwischen liebevoller Nähe und Abweisung verunsichert die Kinder und sie verlieren das Vertrauen in die Eltern. Wenn die Kinder merken, dass ihre Eltern nicht in der Lage sind, den Alltag zu meistern, übernehmen sie die Rolle des Erwachsenen. Experten bezeichnen das als Parentifizierung. Die Kinder bemühen sich, die Bedürfnisse der Eltern zu erfüllen und stecken ihre eigenen zurück. Diese Rollenumkehr erzeugt bei den Kindern meist psychische Probleme, die ein Leben lang anhalten können.“ Quelle „Netdoktor-Julia Dobmeier – 13. März 2016

      Die Bindung des Sohnes an die Mutter passiert bei einer Borderline Störung meist subtil, der Sohn wird instrumentalisiert und leidet unter den Stimmungsschwankungen der Mutter. Väter leiden genauso wenn die Partnerin „Borderlinerin“ ist und suchen oft das Weite. Dann bleibt das Kind alleine zurück. Der einzige „Verbündete“ ist dann weg und das Kind ist der Willkür der Mutter ausgeliefert. 

      (Auch Männer können an der Borderline Störung leiden. Die Symptome sind jedoch meist anders: Aggressives Verhalten, Stimmungsschwankungen und Unverlässlichkeit prägen meist das Verhalten)

      Mutter und Sohn

      Tipps für einen möglichst reibungslosen Abnabelungsprozess deines Sohnes

      • Akzeptiere, dass in der Pubertät andere Menschen, wichtiger sein können als du als Mutter. Gleichaltrige, die Peergroup gewinnen an Bedeutung und männliche Vorbilder können wichtige Unterstützer auf seinem Weg zum Mann sein.
      • Akzeptiere, dass dein Sohn eine Menge Freiraum braucht. Er muss sich zurückziehen können, selbst Entscheidungen treffen dürfen, sich ausprobieren können ohne dauernd kontrolliert zu werden.
      • Akzeptiere, dass dein Sohn ein eigenständiges Individuum ist: mit eigenem Geschmack, eigenen Interessen, eigenen Vorlieben und eigenen Hobbys und Freunden. 
      • Akzeptiere (oder besser verstehe), dass die Abnabelung in der Pubertät deines Sohnes auch für ihn herausfordernd sein können. Da gehören auch bei ihm Stimmungsschwankungen, aggressives Verhalten den Eltern gegenüber dazu und sind (vorübergehende) Abgrenzungsversuche. 

      4. Den Sohn einfach nicht verstehen können

      Für jede Mutter ist es neu und sehr spannend, die Bedürfnisse eines Jungen im Laufe seiner Entwicklung kennenzulernen. Die Erfahrung als Mädchen durften sie ja schon machen, so dass das oft weniger Faszination ausübt. 

      „Großer Geist, bewahre mich davor über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht tausend Meilen in seinen Mokassins gelaufen bin.“  

      Nordamerikanisches Sprichwort

      Um zu verstehen, wie Jungen ticken ist es notwendig in seine „Schuhe“ zu schlüpfen und ein paar Meter oder weiter in ihnen zu gehen. Erst dann kann eine Mutter verstehen, warum Jungen einfach anders sind als Mädchen.

      Was sind seine Wege, wo drückt der Schuh, was ist ihm bedeutsam, was freut ihn? 

      Versuche seine Perspektive einzunehmen.

      Dazu ist es wichtig „wertefrei und absichtslos“ vorzugehen.

      Das ist nicht leicht, vor allem in der Pubertät des Sohnes, zu verstehen: „wie ticken Jungs eigentlich?“ Es ist für einen Mann auch unmöglich emotional oder körperlich zu verstehen, wie es ist ein Baby im Bauch zu tragen oder zu menstruieren. 

      Was kann ich tun?

      Dennoch, als Mutter kann es die Beziehung vereinfachen und so für ein harmonischeres Miteinander sorgen, sich folgende Fragen zu stellen. Und spannend:

      • Was ist der Unterschied des männlichen zum Weiblichen? 
      • Wodurch unterscheidet sich das was das weibliche Geschlecht braucht von dem Männlichen. 
      • Wie ticken Jungen eigentlich? 
      • Was macht meinen Sohn aus? 
      • Was ist das Gute am Junge sein? 
      • Was das weniger Gute? 
      • Warum tut er das was er tut und kann ich das durch seine Männlichkeit erklären? 
      • Was sind die Herausforderungen, die mein Sohn hat?
      • Wie steht es um seine Männlichkeit?
      • Fühlt er sich als Junge wohl? 
      • Was sind seine männlichen Vorbilder?

      Die Mutter-Sohn-Beziehung ist die erste Beziehung deines Sohnes und eine sehr prägende und wichtige noch dazu. Eine schlechte Mutter-Sohn-Beziehung führt bei vielen Männern zu langanhaltenden Problemen, vor allem im Erwachsenenalter und in Beziehungen. Eine zu enge Beziehung birgt aber fast die gleichen Probleme, da es dann sowohl Mutter als auch Sohn oft schwerfällt, dem Lebenspartner seinen rechten Platz einzuräumen. Aus all diesen Gründen ist es auch der Mühe wert, dass du  einen kritischen Blick auf die Beziehung zwischen Mutter und Sohn wirfst. 

      TIPP: Hast du das Gefühl, du könntest Unterstützung in der Beziehung zwischen Mutter und Sohn gebrauchen? Dann zögere nicht und hole dir professionelle Unterstützung: ABENTEUER FÜR MUTTER & SOHN

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