Jungen und Grenzen

Jungen und Grenzen

Jungen sind grenzenlos unzufrieden?
Ja, das stimmt…
… weil vor allem Jungen Grenzen brauchen. Aber wie?

Letztes Wochenende verbrachten Klaus* und sein Sohn David* (11) ein
“Private Adventure Camp” hier in Kitzbühel.
An diesen Wochenenden geht es, neben dem Abenteuer,
auch darum, Eltern und Jungen zu unterstützen.

Die Beiden kamen zu mir, weil David meist genau das tut was er will. In den seltensten Fällen ist es aber das, was Eltern oder Lehrer wollen. David hat seine eigene Meinung und danach handelt er auch. Sehr zum Leidwesen seines Umfeldes.

Ein wichtiges Thema dieses Wochenendes war das Thema:

Grenzen setzen, aber wie?

Das Wort „Grenzen“ selbst, ist für viele Jungen sehr negativ besetzt.
Doch das muss nicht so sein.
Der Fehler im System ist ganz oft, dass Grenzen von Eltern als feste und
unveränderbare Barrieren präsentiert werden.

Auch werden diese zumeist unilateral von den Eltern verordnet. Das mag sich jetzt natürlich für dich als Elternteil eines Sohnes ganz logisch anhören, aber dieser etwas veraltete Ansatz führt meist zu großen Schwierigkeiten.

Denke einfach daran:

Nur weil deine Eltern dich nach ihren Vorstellungen erzogen haben,
muss das nicht zwangsläufig für deinen Sohn richtig sein.
Auch haben sich die Vorstellungen von Erziehung stark gewandelt.
Verabschiede dich generell von einem fixen Modell von Erziehung.

Jedes Kind ist anders.

Wenn du mehrere Kinder hast, ist dir garantiert schon aufgefallen,
dass, was bei einem Kind toll wirkt, das andere komplett kalt lässt.

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    Grenzen richtig setzten ist nicht immer einfach, vor allem für die Eltern

    Nun zu den Grenzen:

    Stell dir nun mal vor, du bist schon lange in deinem Job und ein neuer Vorgesetzter,
    der deine Arbeitsweise nicht versteht,
    macht dir, ohne mit dir zu sprechen, neue Regeln.
    Klar ist dieses Beispiel nicht 1 zu 1 dasselbe, wie eine Eltern-Sohn-Beziehung, aber für deinen Sohn fühlt es sich so an.

    Daher ist es wichtig, die Grenzen gemeinsam zu erarbeiten und diese auch nicht als unveränderbar zu kategorisieren, sondern als variables Konzept,
    dass je nach Alter und Umständen/Verhalten verändert werden kann.

    Aber wie setzt man nun gemeinsam mit dem Sohn Grenzen?

    Setzt euch zusammen hin und redet ganz offen darüber.

    Der erste große Rahmen sollte natürlich immer das Gesetz sein, vor allem in Bezug auf Ausgehzeiten und Suchtmittel, da du dich als Erziehungsberechtigter hier auch strafbar machen kannst (Über was du dann hinwegsiehst (Rauchen, Marihuana, …) ist deinem Ermessen überlassen).

    Orientiere dich am Umfeld deines Sohnes.

    Als nächstes solltest du dich auch bis zu einem gewissen Grad an den Regeln von anderen Eltern im Umfeld deines Sohnes orientieren. Natürlich soll das nicht heißen, sich am Ausreißer zu orientieren, wo das Kind quasi regellos lebt, aber am Durchschnitt wäre sinnvoll. So vermeidest du vor deinem Sohn als allzu streng dazustehen.

    Fragt euch: wie lange gelten die Grenzen?

    Ein weiterer Schritt wäre dann in diesem Gespräch auch über Dauerhaftigkeit der Regeln zu sprechen. Spielt dein Sohn beispielsweise viel am Computer und dies geht zu Lasten seiner Noten, kannst du daraus eine Lehrstunde zu Verantwortungsbewusstsein machen und vereinbaren, dass es eine Grenze von x Stunden gibt, solange er nicht einen gewissen Schnitt oder ein gewisses Ziel in der Schule erreicht. Sobald dieses Ziel erreicht ist, kann er wieder selbstständig über seine Zeiteinteilung entscheiden. Dies endet wieder, sobald er unter die Grenze fällt.

    Wenn’s läuft, dann für beide.

    Es ist generell eine gute Idee deinem Sohn bei guten Leistungen oder Verhalten mehr Freiheiten (und somit auch Vertrauen) einzuräumen, um so auch das gute Verhalten zu belohnen und die Persönlichkeitsentwicklung und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln.

    Für dich als Mutter / Vater bedeutet die Pubertätszeit auch loszulassen.
    Überlege ob die Grenzen, die ihr besprecht, tatsächlich notwendig, altersgereicht, hilfreich, realistisch etc. sind. Oder ob du deinen Sohn nur schützen möchtest und nicht akzeptieren kannst, dass dein Sohn nun doch schon alt genug ist und bestimmte Dinge auch alleine regeln kann.

    Was, wenns doch nicht läuft?

    Für dich ist auch wichtig, dass du weißt, welche Konsequenzen du setzt, wenn dein Sohn die Grenzen überschreitet. Jede Grenze, die dein Sohn ohne Konsequenzen überschreiten kann, ist Zeitverschwendung. Aber überlege dir gut, welche Konsequenzen Sinn machen.

    Niemals soll eine Disziplinarmaßnahme deinen Sohn herabwürdigen!

    Aber darüber werde ich in einem anderen Artikel noch genauer berichten.

    Und auch, wie es Klaus* und David* jetzt geht.

    Der erste Bericht aus Berlin war sehr, sehr vielversprechend:

    David brauchte einfach Grenzen, die er versteht.

    Bei weiteren Fragen oder Herausforderungen beim
    Thema “Grenzen setzen bei deinem Sohn”,
    stehe ich dir (und deinem Sohn) auch sehr gerne zur Verfügung und helfe euch,
    eure individuellen Grenzen zu vereinbaren.

    Passt auf euch auf und bleibt gesund!

    Euer Anton

    P.S. Schreib mir und stelle deine Frage: Anton@Maenners.com

    *die Namen sind selbstverständlich geändert,

    stimmt´s “Klaus”? 😉

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