Geheimnisse aus meiner Pubertät

Junge 12 - 13 in der Pubertät hat ein Geheimnis

Immer wieder kommen Jungs in der Pubertät zu mir ins Coaching, die von Ihren Eltern als problematisch gesehen werden. Laut ihrer Eltern sind sie orientierungslos, antriebslos, introvertiert, hängen dauernd im Internet rum, sind nur am daddeln, reden nicht und die schulischen Leistungen lassen zu Wünschen übrig, und viel mehr.
 
Meist sind diese Jungen irgendwas zwischen 12, 13, 14 bis 16 Jahre alt. Also… am Anfang oder mitten in Ihrer Pubertät. Jetzt sollten wir Männers uns mal zurückbesinnen, an die Zeit unserer Entwicklungsjahre.


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    Denke zurück an deine Pubertät

    Bei mir war es so, dass ich unfassbar faul war, ich kann mich an keine einzige Hausaufgabe erinnern die ich gemacht habe.
     
    Meine Leistungen in der Schule waren unterdurchschnittlich und ich wusste nicht wirklich, was ich nach dem Abitur (bei uns heißt das Matura) machen will. Studium oder doch gleich arbeiten.
    Und wenn studieren, was soll ich studieren. „Bin ich richtig?“, dachte ich mir jeden Tag.
     
    Meine Gefühlswelt war komplett durcheinander. Mal fühlte ich mich zum Bäume ausreißen und eine Minute später hätte ich nicht mal einen Bonsai umtopfen können. „Wieso bin ich plötzlich so?“, dachte ich mir jeden Tag.
     
    Mein Aussehen veränderte sich. Meine Schultern wurden breiter, die Stimme tiefer, ich schoss in die Höhe und bekam auch noch Pickel. Zum Glück nicht viele, aber die paar machten mir echte Probleme. Vor allem, als ich begann, mich für Mädels zu interessieren. „Was denken die wohl von mir?“ dachte ich mir jeden Tag.

    Ich schwitzte mehr, meine Haare waren direkt nach dem waschen schon wieder fettig. Apropos Haare: plötzlich wuchsen Haare an Stellen, die ich bewusst an mir noch gar nicht wahrgenommen hatte. „Was geschieht mit mir?“ dachte ich jeden Tag.
     
    Meine Sexualität erwachte. Sie schien ein Eigenleben zu entwickeln. Zwischen meinen Beinen war die Hölle los. Es gab Gefühle und Empfindungen, von denen ich vor meiner Entwicklung zum jungen Mann, nicht mal ansatzweise geträumt hatte. Und sie wollten gelebt und erforscht werden. „Das ist schon geil“ dachte ich jeden Tag mehrmals.
     
    Was ich damals nicht wusste, aber sehr wohl ahnte und merkte: mein Gehirn war auch out of order.

    Der Komplett Umbau betraf nicht nur meinen Körper sondern auch mein Gehirn. Es gab Phasen, da schien nichts mehr zu funktionieren. „Bin ich normal?“ dachte ich jeden Tag.
     
    Als kindlicher Frühaufsteher kam ich als Pubertier praktisch gar nicht mehr aus dem Bett.
    Höchstens um was zu futtern.
    Ach ja, das war ja auch noch so ein Thema. Kaum hatte ich gegessen, war ich schon wieder hungrig. Im Internat bekamen wir Buben nach dem Abendessen noch einen halben Wecken Brot. Also noch ein Kilo Brot, als Snack vor dem Schlafengehen, sozusagen.


    Und jetzt? Warum erzähle ich das?

    Weil Du das auch erlebt hast.
    Nur: Du hast es vergessen.
    So wie ich es vergessen hatte.
    bevor ich so viele Gespräche und Coachings mit besorgten Eltern
    und deren „nicht funktionierenden“ Söhnen hatte.
     
    Du warst ebenso verpeilt in Deiner sich verändernden Welt.
    Du warst auch unsicher im Umgang mit anderen,
    mit den Mädels,
    Deinen Eltern,
    Deinem sozialen Umfeld,
    den Lehrern,
    stimmt’s?


    Wenn du es nicht gezeigt hast, hast du es super überspielt, richtig?


    Lass Deinen Jungen leben. Gib ihm Tipps. Sei nett zu ihm. Baue ihm Leitplanken, an denen er sich orientieren kann. Gib ihm klare Ansagen, mit denen er was anfangen kann. Sei fair und versuche ihn zu verstehen. Und… denke zurück an Deine Zeit als Pubertier. 

     
    Richtig kennenlernen, mit all seinen Stärken, kannst du deinen Sohn auf einer gemeinsamen Auszeit, einem gemeinsamen Abenteuer. Z.B. auf einem der Männers-Camps für Vater&Sohn.

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