Konsequenzen statt Strafen?

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    Warum das auch für Jungen ab 10 besonders wirkt

    Letzte Woche habe ich über Karl und seinen Sohn David (11) berichtet.
    Die beiden waren zu einem “Private Adventure Camp” hier in Kitzbühel.
    David war einer dieser Jungs, die einfach Grenzen und Regeln nicht akzeptieren.
    Sehr zum Leidwesen seiner Eltern und derer, die mit ihm zu tun haben. 

    Neben “Wie setzte ich faire und funktionierende Grenzen?” mussten wir klarer weise
    auch darüber sprechen, was passiert, wenn David die Grenzen dennoch überschreitet? Auch das war eine gemeinsame Aktion,
    wir haben zu dritt an diesem Thema gearbeitet.
    Puh, das ist eine harte Nuss für uns alle.

    Und:
    das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend, 
    am Ende haben wir alle Drei den “Vertrag” unterschrieben

    Also los!

    Strafen ist einfach, aber meist wenig wirksam.

    Unabhängig davon, dass körperlich Strafen zu Recht verboten sind,
    sind auch psychologische Strafen zumeist sehr herabwürdigend und auch ineffizient.
    Besser ist es, zum Konzept der (natürlichen) Konsequenzen zu wechseln.

    Was ist der Unterschied zwischen

    “Strafen” und “natürlicher Konsequenz” als Maßregelung?

    Ein Beispiel:

    Dein Sohn darf ausgehen oder zu einem Freund.
    Ihr habt eine konkrete Zeit gemeinsam vereinbart, wann er wieder daheim sein muss.
    Er verspätet sich um über eine Stunde. (bei ein paar Minuten würde ich ihn zwar darauf ansprechen, aber ansonsten die “Kirche im Dorf” lassen).
    Wie jetzt reagieren?

    Eine Strafe wäre es,
    deinen Sohn wegen Nichteinhaltung der Ausgehzeit sein Skateboard wegzunehmen.
    Das mag ihn zwar stören, aber es hat nichts mit seiner Verfehlung zu tun.
    In seinem Gehirn (das vielleicht auch noch gerade pubertär umgebaut wird)
    passt das nicht zusammen und wird deshalb meist wenig oder dauerhaft von Nutzen sein.

    Eine logische Konsequenz wäre es,
    ihn nächste Woche nicht ausgehen zu lassen.
    Die Woche darauf darf er wieder und hält er sich daran,
    darf er auch weiterhin gehen. Wenn nicht, dann darf er wieder nicht.

    So besteht eine direkte Verbindung zwischen Verfehlung und Konsequenz.

    Solang es bei kleinen Verfehlungen bleibt,
    werden auch so kleine Konsequenzen ausreichen.
    Diese Verfehlungen betreffen ja fast ausschließlich deinen Sohn.

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      Etwas schwieriger wird es, wenn die Verfehlung deines Sohnes auch andere Personen betrifft.

      Ein Beispiel:

      Als ich ca. 10 Jahre alt war, haben Freunde von mir (ok, ich war auch dabei) unserem Nachbarn einen ziemlich böswilligen Streich gespielt. Wir sammelten die Hinterlassenschaften von Kühen von der Wiese und schmierten das Zeugs auf die Türklinke seines Hauses und des Autos. 

      Dann versteckten wir uns und lachten schelmisch, als er die Sch..ße sah.
      Was wir nicht bedachten war, dass so einen Streich nur wir machen konnten. 
      Es gab in der Siedlung außer uns 6 Jungs so gut wie keine Kinder.
      Als das mein Vater erfuhr war er, eh klar, wenig begeistert.

      Er war stinksauer, im wahrsten Sinne des Wortes.

      Als Konsequenz mussten wir die Hinterlassenschaften der Kühe blitzblank entfernen
      und durften zusätzlich noch drei mal sein Auto reinigen.
      Glaub mir, jedes Mal wenn ich sein Auto putzte, dachte ich an den Streich.

      Das saß und ich merkte mir:
      Niemals jemanden Sch..ße auf Türgriffe schmieren.

      Auch hier erkennst du den Ansatz der logischen Konsequenz:
      Verschmutze ich etwas, muss ich es putzen.

      Oder bei Sachbeschädigung:

      Zerstöre ich etwas, muss ich es reparieren.
      Zumeist sind solche Konsequenzen viel effektiver und nachhaltiger als es Hausarrest wäre.
      Nun bist du als Vater oder Mutter,
      wenn dein Sohn über die Stränge schlägt, natürlich genervt, wütend,…

      Bist du wieder mal in so einer Situation,
      denke dran, dass Schreien wenig bringt.

      Schreien provoziert deinen Sohn nur und bewirkt, dass dein Sohn blockiert.
      So schwer es auch sein mag, versuch in einem solchen Gespräch ruhig zu bleiben.
      Erkläre ihm sachlich, was er in deinen Augen verbrochen hat.
      Anstatt ihm gleich von vorne herein die Konsequenzen unilateral aufzuhalsen,
      frag deinen Sohn, was seiner Meinung nach gerechtfertigt wäre.

      Vielleicht erstaunt dich dein Sohn, denn viele Kinder sind oft strenger zu sich selbst,
      als es die Eltern sein würden.

      Der Schlüssel zu sinnvollen Konsequenzen ist also das Konzept der „logischen Konsequenz“, sowie viel Ruhe und Gelassenheit deinerseits.

      Bei weiteren Fragen oder Herausforderungen beim
      Thema “Grenzen brauchen Konsequenzen”,
      stehe ich dir (und deinem Sohn) auch sehr gerne zur Verfügung und helfe euch,
      eure individuellen Grenzen zu vereinbaren.

      Passt auf euch auf und bleibt gesund!

      Anton

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        P.S. Schreib mir und stelle deine Frage.

        Oder einfach Feedback an: Anton@Maenners.com

        *die Namen sind selbstverständlich geändert,

        stimmt´s “Klaus”? 😉

        1 comment
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